Freitag, 12. juni 2009
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Wie geht es Ihnen bei Hörbüchern? Hören Sie sie lieber vom Autor oder der Autorin selbst gelesen oder von einer ausgebildeten Sprecherin oder einem Sprecher?
Nach einigen Versuchen tendiere ich inzwischen fast dazu, die Lesungen von professionellen Sprecherinnen oder Sprechern vorzuziehen, obwohl es natürlich durchaus seinen Reiz haben kann, die Stimme
der Autorin oder des Autors einmal zu hören. SchauspielerInnen oder SprecherInnen hingegen haben durch ihre Ausbildung oft viel mehr Erfahrung und Distanz, einen Text abwechslungsreich zu
gestalten.
Ich jedenfall bin jetzt schon zweimal auf die Nase gefallen: Als ich im Urlaub das Hörbuch
"Klang ist Leben" erwartungsfroh in den CD - Player
eingelegt hatte und es mir am Kamin gemütlich gemacht hatte, musste ich leider nach einer Viertelstunde abbrechen: Herr Barenboim spricht zwar fliessend Deutsch, sein Akzent ist jedoch so stark,
daß es mir nicht gelang, dem etwas komplexeren Inhalt zu folgen - das fand ich richtig ärgerlich. Hier hat es sich der Verlag zu einfach gemacht!
Das zweite Beispiel, das mir in letzter Zeit zustieß war
"Die Mittagsfrau", gelesen von der Autorin Julia Franck. Zwar
muß ich der Autorin bescheinigen, daß sie wirklich eine sehr angenehme Stimme hat. Ich hatte sie auf einer Lesung bereits erlebt und habe mir deshalb das Hörbuch sofort gergiffen. Aber nach 2 CD's
merkte ich doch, daß es einen Unterschied macht, einer Autorin eine knappe Stunde zu lauschen oder 397 Minuten. Da muß ein Text doch noch anders gestaltet werden, um die Spannung zu halten.
Eine rühmliche Ausnahme bilden die beiden Autoren Michael Kobr uind Volker Klüpfel, denen zuzuhören durchaus kurzweilig ist.
Mein Fazit: Autorenlesungen sind mit Vorsicht zu genießen!